Rock im Park 2026 – Tag 2
Nach dem komplett überdrehten Freitag ging Rock im Park am Samstag direkt in die nächste Runde – bei bestem Festivalwetter.
Rock im Park 2026 – Samstag: Sonne, Pyro und Legenden
Los ging der Tag mit Black Veil Brides, die direkt zeigten, dass frühe Slots längst kein Warm-up mehr sind. Schnell, laut und wild – genau das Richtige, um die letzten müden Parkrocker wach zu bekommen. Die Jungs aus Cincinnati sind im Park keine Unbekannten. Mit ihrem Mix aus Glam-Metal-Hardrock-Metalcore rockte die Band rund um Frontmann Andy „Black“ Biersack (ja er heißt wirklich so) nun schon zum dritten Mal den Park.
Leider kündigten sie kurz nach dem Wochenende an, dass sie in dieser Formation die Europatournee nicht beenden können, da Drummer Christian „CC“ Coma aus persönlichen Gründen pausieren muss. Für ihn einspringen wird Wade Murff.
Nach dem Energiekick ging es mit einer Premiere weiter: Bloodywood. (Die Ähnlichkeit zu Bollywood ist absolut gewollt!) Die Metalband aus Neu-Delhi brachte ihren ganz eigenen, fast schon exotischen Soundmix auf die Bühne. Sie mischen traditionelle indische Instrumente mit harten Gitarrenriffs und typischen Metalsound und das Ganze funktioniert auch noch!
Metal ist in Indien noch eine Nische und genau deswegen wurden kurzerhand alle Fans vor der Mandora Stage eingeladen um in Delhi zu zeigen was „Punjabi Metal“ kann! Ganz ohne Festivalchaos ging es allerdings nicht: Nach dem dritten Song war plötzlich Schluss – technische Probleme. Aber die Band heizte dem Publikum trotzdem weiter ein und nach kurzer Pause ging es um so heftiger weiter.
Metalcore vom Feinsten lieferten auch Boundaries auf der Orbit Stage in der Halle. Ihr neues Album „Yearning: The unbeautiful after“ erscheint am 17. Juli – klar dass sie ihre brandneue Songs spielten und ihre Fans richtig Bock auf mehr bekamen.
Partymucke trifft auf guten handgemachten Rock
Eine andere Art von Eskalation lieferte Finch. Der deutsche Rapper verwandelte Rock im Park kurzzeitig in eine Mischung aus Festival und Ballermann. Pyro, Konfetti, laut Mitgrölen und eine Party, die selbst Menschen zum Mitmachen animierte, die vorher noch behauptet hatten, „sowas gehört nicht auf ein Rock Festival“.
Ein kleines Highlight des Tages waren Social Distortion. Ein richtig gutes Set, entspannte Coolness und vor allem: eine Stimmung vor der Bühne, die einfach gepasst hat. Mit ihrem neuen (aber erst siebten!) Studioalbum“Born to Kill“ tourt die Band, die mittlerweile auch schon über 40 Jahre auf dem Buckel hat, aktuell durch Europa und ist bei einigen Festivals am Start. Da ist gar kein großes Spektakel nötig – manchmal reicht eben ehrlicher, guter Rock’n’Roll.
Mit Alter Bridge standen alte Bekannte auf der Mandora Stage. Die vier Mitglieder, die vielen Fans auch noch von ihren Zeiten bei Creed und Mayfield Four bekannt sein dürften, sind gern gesehene Gäste bei Rock im Park. Die Jungs müssen nichts mehr beweisen. Sie sind live einfach stark – instrumental aber auch gesanglich. Ohne viel Brimborium überzeugten sie mit jeder Menge Leidenschaft und das Publikum feierte sie dafür. Im Gepäck hatten sie natürlich auch Stücke aus ihrem neuen Album, dass sie schlicht nach sich selbst „Alter Bridge“ benannt haben.
Legenden übernehmen den Park
Dann übernahmen The Offspring und lieferten genau das, was man sich erhofft hatte: gepflegter Punk-Rock, Moshpits und Crowdsufer. Eigentlich unglaublich, dass die Band rund um „Dexter“ Holland und „Noodles“ auch mit über 40 Jahren Bandgeschichte immer noch so Vollgas gibt. Sie schaffen es einfach die Menge zum Ausrasten zu bringen. Natürlich durften Klassiker wie „Pretty Fly (For a White Guy)“ oder „Self Esteem“ nicht fehlen. Und wie aus dem Festival-Drehbuch setzte dann auch noch ein kurzer Regenschauer ein: Party-Chaos und im Regen springen- das muss einfach sein.
Doch eigentlich war klar: Das hier ist erst das Vorspiel für den ganz großen Kracher des Tages: Iron Maiden!
Es ist schon beeindruckend, wie unglaublich erfolgreich und mit wie viel Energie diese Band rund um Leadsänger Bruce Dickinson schon seit Jahrzehnten unterwegs ist. An die zwei Stunden Spielzeit, kaum Verschnaufpause und eine Show wie ein Theaterstück. So richtig 70th- Style: Mit minutenlangen Instrumentalstücken und aufwendigen Kulissen. Manche Fans werden seit den 70ern von Iron Maiden und natürlich von „Eddie“ begleitet- kein Wunder dass viele sogar nur wegen dieser Legenden in den Park gekommen sind.
Den Schlusspunkt setzte schließlich die schwedische Power-Metal-Band Sabaton – und zwar maximal unauffällig… NICHT! Gefühlt verschossen die vier „Krieger“ bereits in den ersten drei Songs einen kompletten Jahresvorrat an Pyrotechnik. Feuer, Explosionen, Daueraction – und als wäre das noch nicht genug, gab es auch noch einen fliegenden Panzer auf der Bühne. Typisch schwedisch irgendwie: Wenn schon Finale, dann bitte komplett übertrieben. Und das Publikum eskalierte. Was für ein total verrückter Festival-Tag!
Weitere Acts am Samstag waren A Perfect Circle, Hollywood Undead, Breaking Benjamin, Kublai Khan TX, Sondaschule u.v.m.
Zum Bericht von Tag 1 – Rock im Park 2026
Infos zu neuen Bands, Tickets 2027
By Mathias Utz & Jana Meins








