Pixies in Frankfurt: Song auf Song statt großer Worte
Am Donnerstagabend machten die Pixies im Rahmen ihrer „P40 – Celebrating 40 Years“-Tour in der Frankfurter Jahrhunderthalle Halt. 40 Jahre Bandgeschichte sind ein Anlass, bei dem andere Acts vermutlich lange Geschichten erzählen, alte Fotos auf die Leinwand werfen, lange Video-Intros laufen lassen oder sich mit großen Gesten selbst feiern. Die Pixies gingen den anderen Weg: kaum Ansagen, kaum Interaktion, dafür ein Set, das sich ohne viele Pausen durch mehrere Phasen ihrer Karriere bewegte.
Genau das machte den Abend gleichzeitig speziell und ein wenig eigen. Wer ein Konzert mit vielen Worten, Anekdoten oder großer Nähe zum Publikum erwartet hatte, wurde hier eher nicht bedient. Die Pixies ließen die Songs für sich sprechen.
GANS eröffnen den Abend in Frankfurt
Den Auftakt des Abends übernahmen GANS. Der Support brachte einen deutlich anderen Ton in die Jahrhunderthalle und setzte auf einen Mix aus Post-Punk, Noise, elektronischen Momenten und viel Bewegung auf der Bühne. Das verwirrte sicher einige anwesende Fans, aber es kam erstaunlich gut an.
Damit war der Kontrast zum Hauptact durchaus gegeben. Während GANS den Abend mit viel körperlicher Energie eröffneten, wirkten die Pixies später deutlich reduzierter und kontrollierter. Zwei sehr unterschiedliche Arten, eine Bühne zu nutzen. Und dem Publikum gefiel es!
Pixies starten mit „Velouria“ in ein dichtes Set
Die Pixies eröffneten ihr Set mit „Velouria“ und machten schnell klar, dass dieser Abend nicht von langen Pausen leben würde. Mit „The Happening“, „Gouge Away“, „Debaser“, „Wave of Mutilation“ und „Monkey Gone to Heaven“ folgte früh ein starker Block, der vor allem die Fans der klassischen Pixies-Phase abholte. Ein Blick durch das Publikum und vor allem auch die ersten Reihen zeigte, dass die Band nicht nur Menschen anspricht, die sie von Anfang an begleiten. Auch viele jüngere finden am Alternative/Indie-Sound Gefallen.
Gerade diese frühen Songs zeigten, warum die Band bis heute einen so großen Einfluss auf Alternative Rock, Indie und Grunge hat. Die Pixies verbinden schräge Gitarren, kurze Ausbrüche, melodische Refrains und diesen typischen Wechsel zwischen Zurückhaltung. Live klang das in Frankfurt nicht glatt, sondern eher trocken und direkt. Und das ist absolut positiv einzuordnen!
Kaum Ansagen, aber viele Songs
Auffällig blieb über den gesamten Abend hinweg, wie wenig die Pixies mit dem Publikum sprachen. Große Ansagen, lockere Zwischenkommentare oder emotionale Rückblicke auf 40 Jahre Bandgeschichte gab es praktisch nicht. Stattdessen setzte die Band auf Tempo und arbeitete sich durch eine lange Setlist, die fast ohne Umwege funktionierte.
Das kann man kühl finden, es passt aber auch ziemlich gut zu dieser Band. Die Pixies waren nie der Act, der sich über große Gesten erklären musste. In Frankfurt wirkte das Konzert deshalb eher wie ein konzentrierter Durchlauf durch einen Songkatalog, der stark genug ist, um ohne viel Drumherum zu tragen. Wer wegen der Musik gekommen war, bekam davon reichlich. Und sind wir ehrlich, inzwischen gibt es auch viel zu viele Konzerte, bei denen man auf ewige Ansagen gut verzichten kann. 😉
Klassiker, Cover und ein starker „Doolittle“-Anteil
Besonders viel Raum nahm an diesem Abend „Doolittle“ ein. Mit Songs wie „Debaser“, „Gouge Away“, „Monkey Gone to Heaven“, „Here Comes Your Man“, „Tame“, „Hey“, „Mr. Grieves“, „I Bleed“, „Crackity Jones“ und „No. 13 Baby“ war das Album stark vertreten. Dazu kamen Stücke aus „Bossanova“, „Surfer Rosa“, „Come On Pilgrim“ und späteren Veröffentlichungen.
Auch Coverversionen fanden ihren Platz im Set. „In Heaven (Lady in the Radiator Song)“, „Head On“ und „Winterlong“ sorgten für zusätzliche Abwechslung, ohne den Abend aus der Spur zu bringen. Gerade „Where Is My Mind?“ kurz vor Schluss war natürlich einer der Momente, auf den viele im Publikum gewartet hatten. Schließlich ist und bleibt es wohl DER bekannteste Song der Band!
Ein Konzert ohne Nostalgie-Show
Die Pixies feierten in Frankfurt 40 Jahre Bandgeschichte, aber nicht als große Nostalgie-Show. Es gab keine langen Rückblicke, keine sentimental aufgeladenen Momente und keine künstlich ausgedehnten Mitsingpassagen. Stattdessen stand die Band auf der Bühne, spielte ihre Songs und ließ das Publikum selbst entscheiden, was diese Stücke nach all den Jahren (noch) auslösen. Und das war so einiges, wenn man den Blick immer wieder ins Publikum schweifen ließ.
Fazit: Die Pixies bleiben die Pixies
Der Auftritt der Pixies in der Frankfurter Jahrhunderthalle war kein Konzert der großen Worte. Es war ein Abend, der fast komplett über die Setlist, den Sound und die Geschichte der Songs funktionierte. Knapp 30 Stücke, kaum Ansagen, kein großes Spektakel – und trotzdem genug Momente, die zeigten, warum diese Band seit Jahrzehnten relevant geblieben ist.
Wer Nähe, Interaktion und eine Jubiläumsfeier klassischen Sinne erwartet hatte, bekam vielleicht nicht ganz das, was andere Bands auf Jubiläumstouren liefern. Wer die Pixies aber genau für ihre eigenwillige Art, ihre schrägen Gitarren und ihre kurzen, direkten Songs schätzt, konnte in Frankfurt viel mitnehmen.
GANS – Jahrhunderthalle Frankfurt, 02.07.2026
Pixies – Jahrhunderthalle Frankfurt, 02.07.2026
Weitere Konzerte aus der Jahrhunderthalle 2026:
Three Days Grace
Nashville In Concert









