Maximo Park – Tourabschluss in Wiesbaden
Es gibt Bands, die nicht permanent in den Medien präsent sind. Wie auch Maximo Park. Zum Mainstream als solcher, wie er gern mal von anderen wahrgenommen wird, zählen die Briten mit ihrem Indie-Rock nicht. Aber hey, alles ist doch irgendwie Mainstream, wenn man damit sein Geld verdient, oder? Ist das schlimm? Nein, ganz und gar nicht!
Nostalgie mit Maximo Park in Wiesbaden
Wer hier nun auf totalen Abriss, eine große Produktion und viel Pyro hofft, ja nun, der hätte besser mal bei Airbourne o.ä. Acts in der vergangenen Woche reingeschaut. 😉 Bei Maximo Park gibt’s das so nicht, was aber auch nicht heißt, dass die Show weniger spektakulär ist.
Frontmann Paul zeigt sehr gut über den ganzen Abend verteilt, wie viel Power auch in Indie-Rock stecken kann und dass es alles, aber definitiv nicht öde ist. Immer wieder sprintet er von links nach rechts und wieder zurück über die Bühne. Beim ein oder anderen Song setzt er auch zum Sprung an.
Das Publikum? Mittendrin, statt nur dabei! Schließlich feiert die Debut-Platte „A Certain Trigger“ im vergangenen Jahr ihr 20. jähriges Jubiläum. Auch wenn die Songs oft recht kurz sind, heißt es nicht, dass man die Stücke nicht feiern kann. Schließlich ist die Platte der Mittelpunkt der Tour gewesen und wurde weitestgehend vollständig gespielt. Die Songs wirkten nicht wie Relikte aus einer anderen Zeit, sondern eher wie etwas, das immer noch gut in die Gegenwart passt.
Das Publikum ist hier natürlich ein anderes, als bei einem Metal-Konzert. Aber auch das heißt nichts Negatives. Maximo Park ist halt auch keine Band zum Headbangen und Moshen. 😉 Die anwesenden Fans schwelgten in Erinnerung und sangen auch fleißig mit. Gerade bei Songs wie „Graffiti“ war das Publikum mit am Start. Diese kleinen Indie-Hymnen funktionieren auch Jahre später noch, weil sie sofort wieder bei vielen Bilder im Kopf auslösen.
Fazit: Maximo Park haben es immer noch drauf
Ja, auch wenn schon viele die Band nicht mehr auf dem Schirm hatten – man sollte hier auch nicht vergessen, dass das letzte Album 2024 veröffentlicht wurde. Also, noch gar nicht so extrem lang her, wie man vielleicht zunächst denken könnte!
Fakt ist, Indie-Rock funktioniert auch im Jahr 2026 großartig. Wenngleich auch der Schlachthof nicht ausverkauft war, gut gefüllt war er aber allemal und das anwesende Publikum hat bewiesen, dass es genau so gut feiern kann wie Metal-Fans. Auch wenn das Feiern bei diesem Genre vielleicht nicht ganz so intensiv ist bzw. war – es zählt ja am Ende nur eins: der Spaß! Und den hatten alle Anwesenden, sowohl auf als auch abseits der Bühne.
Und ja, Maximo Park haben auch nach wie vor ihre Daseinsberechtigung. Sie liefern ab, haben immer noch Bock und das merkt man!
Art Brut im Support
Art Brut eröffneten den Dienstagabend. Indie-Rock mit Haltung und trockenem Humor beschreibt die Briten wohl am besten. Frontmann Eddie Argos spricht seine Texte oft mehr, als dass er sie singt – und genau das macht den Reiz aus.
Musikalisch bewegen sich Art Brut irgendwo zwischen Garage Rock und Indie, oft reduziert, aber bewusst roh gehalten. Es geht ihnen nicht darum, möglichst glatt zu klingen, sondern darum, Geschichten zu erzählen – meistens über Alltag, Beziehungen oder das eigene Scheitern, verpackt mit einer ordentlichen Portion Selbstironie.
Live funktioniert das vor allem über die Persönlichkeit von Eddie Argos. Er steht selten einfach nur am Mikro, sondern kommentiert Songs. So auch am Dienstagabend. Herrlich erfrischend und unterhaltsam!









