Black Stone Cherry in Frankfurt: Keine Zeit zum Warmlaufen
Manche Konzerte brauchen ein paar Songs, bis Band und Publikum wirklich miteinander warm werden. Bei Black Stone Cherry war davon am Dienstagabend in der Frankfurter Batschkapp ziemlich wenig zu merken. Schon vorher hatten 10 Years ein erstaunlich aufmerksames Publikum vor sich – und spätestens beim Headliner war endgültig klar, dass hier niemand lange Anlauf nehmen würde.
10 Years treffen auf eine bereits gut gefüllte Batschkapp
Pünktlich ging es zunächst mit 10 Years los. Wer bei einem Support mit einer zu diesem Zeitpunkt noch eher überschaubar gefüllten Halle gerechnet hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Die Batschkapp war bereits ordentlich gefüllt und auch die Aufmerksamkeit war von Beginn an da.
Das zeigte sich spätestens beim Blick ins Publikum. Viele kannten die Band offensichtlich bereits und sangen früh mit. Sänger Jesse Hasek nahm das gerne auf und forderte die Leute zwischendurch immer wieder dazu auf, einzusteigen, sofern sie den jeweiligen Song kannten.
Viel Überzeugungsarbeit war dafür nicht notwendig. Statt des gelegentlich etwas zähen Starts, den Support-Bands nun einmal erwischen können, funktionierte das Zusammenspiel zwischen Bühne und Publikum ziemlich schnell. 10 Years bekamen Reaktionen zurück und nutzten diese, ohne den Auftritt unnötig mit langen Ansagen auszubremsen.
So war die Batschkapp bereits auf Betriebstemperatur, bevor Black Stone Cherry überhaupt die Bühne betreten hatten.
Bei Black Stone Cherry gibt es keine Anlaufphase
Um 21:00 Uhr übernahmen Black Stone Cherry – und machten mit „Me and Mary Jane“ ziemlich genau dort weiter, wo 10 Years aufgehört hatten. Nur eben noch einmal ein gutes Stück größer.
Vom ersten Ton an war Bewegung auf der Bühne. Ben Wells und Steve Jewell nutzten den vorhandenen Platz ausgiebig, wechselten immer wieder die Seiten und blieben selten lange an derselben Stelle. Chris Robertson wirkte dazwischen fast wie der Ruhepol der Band – wobei „Ruhe“ an diesem Abend ohnehin relativ war.
Denn selbst ganz hinten auf der Bühne war einiges los. John Fred Young gehört definitiv nicht zu den Schlagzeugern, die hinter ihrem Kit optisch verschwinden. Er ließ sich vom Geschehen um ihn herum sichtbar anstecken und war mit vollem Körpereinsatz dabei.
Die Reaktion vor der Bühne ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten. Es wurde mitgesungen, geklatscht und sich bewegt – und je mehr aus dem Publikum zurückkam, desto mehr schien auch die Band daran Spaß zu haben.
Viel Zeit für lange Geschichten zwischen den Songs nahmen sich Black Stone Cherry dabei nicht. Stattdessen blieb der Auftritt über weite Strecken im Fluss. Das passte zu einer Show, die ohnehin mehr durch das Geschehen auf der Bühne als durch große Inszenierungen funktionierte.
Hell, dunkel, hell – und manchmal sehr dunkel
Ein bisschen mehr Beschäftigung bekamen dafür diejenigen, die eine Kamera dabeihatten. Das Licht wechselte teilweise ziemlich deutlich: Gerade noch standen die Musiker unter hellen Strahlern, wenig später verschwanden Teile der Bühne wieder fast vollständig im Dunkeln.
Fürs Auge sorgte das für reichlich Abwechslung. Für die Fotografen davor gelegentlich eher für die Frage, ob der Musiker, den man gerade noch im Sucher hatte, eigentlich noch existiert. Aber irgendeine Herausforderung braucht man schließlich auch.
Musikalisch gab es zwischendurch immer wieder ruhigere Momente, ohne dass dadurch die Stimmung in der Batschkapp verloren ging. Black Stone Cherry mussten das Publikum nach solchen Passagen auch nicht erneut einsammeln. Sobald es wieder lauter wurde, war die Reaktion sofort wieder da.
Ein ungewöhnlich ruhiger Abschluss
Nach rund anderthalb Stunden war schließlich „Peace Is Free“ an der Reihe. Und ausgerechnet zum Ende wurde es noch einmal deutlich ruhiger.
Chris Robertson und Ben Wells begannen die Zugabe zunächst gemeinsam am Bühnenrand. Robertson bat die Besucher darum, ihre Handys für diesen einen Moment wegzustecken und stattdessen miteinander die Arme zu heben und sich gegenseitig zu umarmen.
Nach einem Konzert, bei dem zuvor praktisch ständig irgendwo auf der Bühne Bewegung gewesen war, war das ein schöner Gegenpol zum restlichen Abend.
Black Stone Cherry brauchten in Frankfurt weder eine lange Anlaufphase noch große Showelemente, um die Batschkapp mitzunehmen. Viel Bewegung, eine Band, die offensichtlich Spaß an den Reaktionen vor der Bühne hatte, und ein Publikum, das von Anfang an bereit war mitzugehen, reichten vollkommen aus.
Und 10 Years hatten schon eine Stunde vorher dafür gesorgt, dass an diesem Dienstag niemand erst beim Headliner wach werden musste.







