Pell-Mell Festival 2026 – das war der Samstag
Nach dem eher wechselhaften Freitag zeigte sich das Wetter am zweiten Tag vom Pell-Mell Festival deutlich freundlicher. Zwar war es nicht mehr ganz so warm, dafür ließ sich zwischen den Wolken immer wieder länger die Sonne blicken. Die Voraussetzungen für den letzten Tag des Pell Mell Festivals stimmten also – und auch vor den Bühnen wurde es schon früh voll.
Kaff Panda starten das Pell-Mell mit ziemlich viel Liebe in den Samstag
Den Anfang machten Kaff Panda, die ihren Auftritt immer wieder für kleine Botschaften nutzten. Dabei ging es vor allem um die Liebe, darum, wie kurz das Leben sein kann und dass man Chancen nutzen sollte, solange sie da sind. Und vielleicht auch einfach mal häufiger den wichtigen Menschen sagen sollte, dass man sie liebt.
Vor der Bühne hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits erstaunlich viele Besucher versammelt. Die ersten Circle Pits ließen ebenfalls nicht lange auf sich warten, was der Band sichtbar gefiel. Dass zu dieser frühen Stunde schon so viele Leute mitmachten, sorgte auf der Bühne für entsprechend gute Laune.
Nach dem Auftritt verschwanden Kaff Panda ging es wieder vor die Bühne. Ähnlich wie Mandel Kokain Schnaps am Vortag ging es noch an den Merchstand. Die Band betonte zuvor ausdrücklich, dass sie die Leute gern kennenlernen wolle, eine Runde quatschen wollen – wer Lust hatte, konnte also noch auf ein Gespräch oder das ein oder andere Bier vorbeischauen und gemeinsam mit der Band das Pell-Mell Festival genießen.
Mit Left Betrayed und Lost In Hollywood ging es anschließend deutlich härter weiter. Letztere gehören zur jüngeren deutschen Metalcore-Generation und verbinden moderne Härte mit melodischen und teilweise deutlich rockigeren Elementen. Erst 2023 gegründet, veröffentlichte die Hamburger Band im März dieses Jahres ihr zweites Album „Lost In Hollywood“.
Monsters Of Liedermaching sorgen für den nächsten Stilwechsel
Kurz nach 17:00 Uhr nahm das Programm eine ziemlich deutliche Kurve. Die Monsters Of Liedermaching zelebrierten ihre ganz eigene Mischung aus Liedermacher-Musik, Humor und Geschichten – und wer sich während des Auftritts im Publikum umsah, konnte durchaus überrascht sein. Denn erstaunlich viele Besucher waren nicht nur zum Zuschauen gekommen, sondern bei zahlreichen Texten ziemlich sicher unterwegs.
Währenddessen ging es auf der Moonshine Stage wesentlich wilder zu. Stesy ließen es sich nicht nehmen, ihren Auftritt irgendwann mitten ins Publikum zu verlagern. Wasserbälle und eine kleine aufblasbare Einhorn-Luftmatratze machten ebenfalls die Runde. Letztere kam schließlich samt Besucherin per Crowdsurfing wieder zurück in Richtung Bühne.
Auch die King Nugget Gang hielt es nicht dauerhaft auf der Bühne. Statt Abstand zwischen Band und Publikum ging es direkt an den Bühnengraben, wo gemeinsam mit den Fans gesungen und gefeiert wurde.
Von Ska-Punk zurück zum Hardcore
Mit Rantanplan folgte der nächste musikalische Richtungswechsel. Die Hamburger sind seit den 90er Jahren im Ska-Punk unterwegs und brachten damit Bläser und deutlich andere Töne zwischen die vielen härteren Bands des Wochenendes.
Bei VMZT dauerte es anschließend ein wenig länger, bis es richtig losgehen konnte. Kleinere Soundprobleme verzögerten den Start um ungefähr zehn Minuten. Nachdem diese behoben waren, konnte die Hardcore-Band ihren Auftritt schließlich wie geplant durchziehen.
Bevor Caliban die Hauptbühne übernehmen konnten, gehörte diese allerdings noch einmal den Veranstaltern. Und die hatten eine Nachricht dabei, die nach den vorherigen Ankündigungen wohl viele Besucher hören wollten: Das Pell Mell soll zurückkommen.
Wann und wo das passieren wird, steht bislang noch nicht fest. Klar sei aber, dass die diesjährige Ausgabe nicht das endgültige Ende des Festivals gewesen sein soll.
Caliban brauchen kein großes Drumherum
Danach war die Bühne frei für Caliban – und spätestens hier zeigte sich noch einmal, weshalb ein großer Teil der Besucher an diesem Samstag nach Obererbach gekommen war.
Dabei brauchte die Band gar kein großes Drumherum. Caliban funktionierten auch ohne aufwendige Showelemente und machten ihre Stunde Spielzeit zu einem der stärksten Auftritte des Tages. Genau diese eine Stunde war allerdings auch das Problem: Gefühlt war der Auftritt gerade erst richtig angekommen, da war er schon wieder vorbei. Zu kurz, aber definitiv jede Minute wert.
Auf der Moonshine Stage übernahmen anschließend Destination Anywhere. Musikalisch gab es an ihrem Auftritt wenig auszusetzen, lediglich das Licht hätte an dieser Stelle gerne etwas mehr mitspielen dürfen. Viel mehr gab es an diesem Abend allerdings auch nicht zu meckern.
Hämatom übernehmen das letzte Kapitel
Während Destination Anywhere noch spielten, verschwand die Hauptbühne bereits hinter einem riesigen „Gagamania“-Banner. Dahinter liefen die Vorbereitungen für Hämatom, die schließlich die Aufgabe hatten, dem Jubiläumswochenende einen passenden Abschluss zu verpassen.
Um 23:20 Uhr ging es los – zunächst ebenfalls mit ein paar kleineren technischen Schwierigkeiten. Lange hielten die allerdings nicht auf. Danach wurde es vor allem eines: heiß. Zwischen Pyrotechnik und den eingängigen, oftmals mit reichlich Humor versehenen Texten blieb genügend Platz für den üblichen Klamauk, der bei einer Hämatom-Show inzwischen fast genauso dazugehört wie die Musik selbst.
Der Aufforderung zum Circle Pit konnten auch wir Fotografen nicht widerstehen und kamen dieser auch im doch recht großen Fotograben nach. 🤣So muss Festival und Fotograben aussehen!
Dass der Samstag des Pell-Mell Festivals ausverkauft war, war spätestens jetzt kaum noch zu übersehen. Vor der Bühne wurde bis zum Schluss gefeiert, und viele der Besucher machten dabei nicht den Eindruck, als hätten sie es besonders eilig, das Gelände zu verlassen.
Wer danach immer noch nicht genug hatte, konnte mit Evil Jared und Krogi bei der Aftershow weitermachen. Für uns war nach zwei langen Festivaltagen allerdings Schluss.
Das Pell-Mell Festival verabschiedete sich damit vorerst aus Obererbach. Wann und wo es weitergeht, bleibt offen – dass es weitergehen soll, haben die Veranstalter an diesem Abend aber noch einmal ziemlich deutlich gemacht.







