Touché Amoré im Schlachthof Wiesbaden
Am Montagabend machten Touché Amoré im Schlachthof Wiesbaden Halt. Die Band aus Kalifornien war im Rahmen ihrer „Stage Four -10 Year Anniversary Tour“ unterwegs und hatte mit Quicksand und Greet Death gleich zwei passende Support-Acts dabei. Damit war der Abend klar im Post-Hardcore verankert, ohne dass sich die drei Bands musikalisch einfach nur wiederholten.
Greet Death eröffnen den Abend im Schlachthof
Den Anfang machten Greet Death. Die Band setzte weniger auf schnelle Effekte, sondern ließ ihre Songs eher langsam wachsen. Zwischen schwereren Gitarren, melancholischer Stimmung und einem Sound, der sich irgendwo zwischen Shoegaze, Alternative Rock und Doom-nahen Momenten bewegt, war das ein eher düsterer Einstieg in den Abend.
Gerade als Opener funktionierte das gut, weil Greet Death nicht versuchten, den Raum sofort komplett aufzureißen. Passend zu den extremen Temperaturen also ein gelungener, wenn auch ruhiger Start in den Abend.
Quicksand bringen Erfahrung und Druck auf die Bühne
Mit Quicksand wurde es anschließend deutlich direkter. Die New Yorker Band gehört seit den 90ern zu den wichtigen Namen im Post-Hardcore und Alternative-Rock-Umfeld. Im Schlachthof merkte man schnell, dass hier keine Band auf der Bühne steht, die sich noch beweisen muss. Langjährige Fans waren angereist, um ihre Band zu feiern.
Die Songs kamen trocken, kantig und ohne große Umwege. Quicksand wirkten dabei nicht nostalgisch, sondern angenehm klar: Bass, Gitarre, Schlagzeug und Stimme griffen ineinander, ohne dass der Sound überladen wurde. Mit fast schon einer Stunde Spielzeit hatten Quicksand ein vergleichsweise langes Set an diesem Montagabend.
Touché Amoré stellen „Stage Four“ in den Mittelpunkt
Bei Touché Amoré stand anschließend „Stage Four“ im Zentrum. Das Album erschien 2016 und gehört bis heute zu den wichtigsten Veröffentlichungen der Band. Inhaltlich ist es ein sehr persönliches Werk, musikalisch aber trotzdem kein ruhiger Rückblick, sondern ein Album, das live viel Bewegung und Energie entwickelt.
Im Schlachthof wurde schnell deutlich, warum diese Band so eng mit dem Begriff Post-Hardcore verbunden ist. Touché Amoré brauchen keine große Showproduktion, um zu wirken. Die Songs leben von Tempo, Spannung, kurzen Ausbrüchen und der direkten Stimme von Jeremy Bolm. Und genau das reißt das Publikum mit – so auch im Schlachthof Wiesbaden! Schon nach wenigen Minuten war die Stimmung in den ersten Reihen auf dem Höhepunkt.
Zwischen Album-Moment und Clubshow
Der Reiz des Abends lag nicht nur darin, ein bekanntes Album noch einmal auf die Bühne zu bringen. Es ging auch darum, wie gut diese Songs zehn Jahre später noch funktionieren. „Stage Four“ klingt live nicht wie ein Rückblick, sondern eher wie ein Werk, das noch immer an denselben Stellen trifft.
Im Schlachthof passte das sehr gut zusammen. Die Halle ist groß genug für Druck, aber klein genug, damit diese Art von Musik nicht auf Distanz rutscht. Touché Amoré wirkten dadurch nicht wie eine Band, die ein Jubiläum pflichtbewusst abarbeitet.
Fazit: Ein starker Abend für Post-Hardcore-Fans
Touché Amoré lieferten in Wiesbaden einen intensiven Konzertabend, der nicht von großen Gesten lebte, sondern von Songs, Haltung und direkter Präsenz. Mit Greet Death und Quicksand war das Line-up gut zusammengestellt: atmosphärisch zum Einstieg, erfahren und kantig in der Mitte, emotional zum Abschluss.
Greet Death & Quicksand – Schlachthof Wiesbaden – 22.06.2026
Touché Amoré – Schlachthof Wiesbaden – 22.06.2026
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