Das war das Summer Breeze Open Air 2026
Vier Tage Metal, zahlreiche Bands, volle Bühnen und jede Menge Menschen in Schwarz: Vom 12. bis 15. August 2026 wurde der Flugplatz in Dinkelsbühl wieder zum Treffpunkt für Metal-Fans aus ganz Deutschland und darüber hinaus. Das Summer Breeze Open Air war auch in diesem Jahr bereits lange vor dem Festival ausverkauft. Mehr als 125 Bands standen auf dem Programm und sorgten dafür, dass die Auswahl zwischen Main Stage, T-Stage, Wera Tool Rebel Stage und Campsite Circus Stage nicht gerade einfacher wurde.
Und genau hier liegt auch eine der Stärken des Summer Breeze: Man muss nicht zwingend wegen eines einzelnen Headliners nach Dinkelsbühl fahren. Das Line-up bietet über die vier Tage so viele unterschiedliche Stilrichtungen, dass eigentlich ständig irgendwo eine Band wartet, die man sich zumindest einmal anschauen möchte. Bekannte haben außerdem erzählt, dass sie nicht das Line-up checken müssen, um Tickets für das Festival zu kaufen. Man würde immer Bands finden, die den eigenen Musikgeschmack treffen würden.
Der Festivalauftakt
Schon die Anreise nach Dinkelsbühl gehört beim Summer Breeze irgendwie dazu. Rund um den Flugplatz herrscht bereits Tage vor dem eigentlichen Festivalbetrieb reges Treiben. Zelte werden aufgebaut, Campingplätze bezogen und die ersten Festivalshirts aus den vergangenen Jahren wieder hervorgeholt.
Auf dem Gelände selbst wartete 2026 erneut eine Mischung aus bekannten Namen und Bands, die vielleicht nicht jedem Besucher sofort ein Begriff waren. Genau diese Mischung macht das Festival interessant. Zwischen Death Metal, Metalcore, Thrash Metal, Heavy Metal, Folk- und Mittelalter-Einflüssen war auch in diesem Jahr nahezu alles vertreten.
Wer zwischen den Konzerten eine Pause brauchte, konnte sich zudem auf dem weitläufigen Gelände umsehen. Neben den Bühnen gab es natürlich zahlreiche Essens- und Getränkestände, Merch-Angebote und das weitere Festivalprogramm. Auch das Campsite Circus bot wieder zusätzliche Programmpunkte wie Metal Yoga, Metal Workout, Workshops und einen Live-Podcast.
Donnerstag: Von Saxon bis Eisbrecher
Der zweite volle Festivaltag startete bereits mit einigen bekannten Namen. Auf der Main Stage standen unter anderem Our Promise, From Fall To Spring, Alien Ant Farm, Northlane und Imminence auf dem Programm.
Spätestens am Abend wurde es dann auf der Main Stage voller. Saxon brachten ihren klassischen Heavy Metal nach Dinkelsbühl, bevor Eisbrecher den nächsten großen Namen des Tages stellten. Den Abschluss auf der Main Stage übernahmen Amorphis, während auf den anderen Bühnen unter anderem Fit For An Autopsy, Mushroomhead, Groza und weitere Acts auf das Publikum warteten.
Gerade dieser Mix zeigte schon am ersten Tag, wie breit das Summer Breeze 2026 aufgestellt war. Während auf einer Bühne klassischer Metal lief, konnte man wenige Minuten später schon bei Death Metal oder Metalcore stehen.
Freitag: Lamb of God, Arch Enemy und ein voller Festivalplatz
Der Freitag hatte ebenfalls einiges zu bieten. Nanowar of Steel sorgten bereits am Mittag für einen etwas anderen Einstieg, bevor unter anderem Future Palace, Brothers of Metal und The Ghost Inside folgten.
Im weiteren Tagesverlauf wurde es auf der Main Stage zunehmend härter. Mit Lamb of God und Arch Enemy standen zwei Namen auf dem Programm, die bei vielen Besuchern vermutlich weit oben auf der persönlichen Liste standen.
Währenddessen lief das Programm auf den kleineren Bühnen ununterbrochen weiter. Misery Index, SPEED, Deicide, Terror und Deafheaven waren nur einige der Acts, die am Freitag für Abwechslung sorgten. Spätestens hier zeigte sich wieder das bekannte Summer-Breeze-Problem: Es gibt schlicht zu viele Bands und zu wenig Zeit.
Samstag: Helloween und ein würdiger Abschluss
Am Samstag ging es schließlich auf die Zielgerade. Auch hier blieb das Programm dicht gepackt. Kadavar, Orbit Culture, Testament und Alestorm standen unter anderem auf der Main Stage, bevor am Abend Helloween den großen Slot übernahmen.
Auf den weiteren Bühnen warteten währenddessen Bands wie Municipal Waste, Thundermother, Decapitated, Soulfly und Paleface Swiss. Wer danach noch nicht genug hatte, konnte sich anschließend unter anderem Thy Art Is Murder ansehen.
Damit war der Samstag noch einmal ein guter Querschnitt durch das gesamte Festival: klassischer Heavy Metal, Thrash, Hard Rock, Death Metal und moderne härtere Spielarten standen praktisch nebeneinander.
Die Surprise Show: Saltatio Mortis
Eine besondere Überraschung gab es in diesem Jahr allerdings abseits des regulären Programms: Die Surprise Show gehörte Saltatio Mortis.
Für viele Besucher dürfte das eine ziemlich gute Überraschung gewesen sein. Die Band ist auf dem Summer Breeze längst keine unbekannte Größe mehr und passt mit ihrer Mischung aus Mittelalter-Rock und Metal durchaus ins Festivalprogramm.
Dass ausgerechnet Saltatio Mortis hinter der Überraschungsshow steckten, sorgte entsprechend für einen zusätzlichen Programmpunkt, mit dem sicherlich nicht jeder gerechnet hatte.
Und genau solche Aktionen gehören mittlerweile ein Stück weit zum Charakter des Summer Breeze. Schon in den vergangenen Jahren hatte das Festival mit geheimen beziehungsweise ungewöhnlichen Auftritten für Überraschungen gesorgt.
Nicht nur die großen Namen zählen
Natürlich sind Namen wie Helloween, Arch Enemy, Lamb of God, Eisbrecher, Saxon oder Testament gute Gründe, nach Dinkelsbühl zu fahren. Das Festival funktioniert aber gerade deshalb so gut, weil das Programm nicht ausschließlich aus großen Namen besteht.
Zwischen den Headlinern gibt es jede Menge Möglichkeiten, neue Bands zu entdecken. Wer einfach mal einen Blick auf eine kleinere Bühne wirft, landet nicht selten bei einer Band, die anschließend auf der persönlichen Playlist bleibt.
Dazu kommt die typische Festivalatmosphäre rund um den Flugplatz. Camping, Essen, Merch, Gespräche mit anderen Festivalbesuchern und natürlich die ständige Frage, welche Band man als Nächstes anschauen möchte.
Das Summer Breeze schafft es dabei weiterhin, trotz seiner Größe nicht komplett anonym zu wirken. Gerade das Publikum trägt viel dazu bei. Zwischen Moshpit, Crowdsurfing und Bierstand findet sich immer jemand, mit dem man über die gerade gesehene Band oder den nächsten Act diskutieren kann.
Fazit: Vier Tage Metal in Dinkelsbühl
Das Summer Breeze Open Air 2026 hat wieder einmal bewiesen, warum es Rock am Ring bzw. Rock im Park in nichts nachsteht.
Das Line-up war breit aufgestellt, die vier Festivaltage waren vollgepackt und auch abseits der großen Namen gab es genug zu entdecken. Dazu kamen die verschiedenen Bühnen, das zusätzliche Programm auf dem Campingplatz und natürlich die Überraschungsshow von Saltatio Mortis.
Wer 2026 in Dinkelsbühl dabei war, dürfte am Ende vor allem eines mit nach Hause genommen haben: viel Musik, vermutlich ein paar neue Lieblingsbands und die Erkenntnis, dass vier Tage Summer Breeze eigentlich viel zu kurz sind.
Und während auf dem Flugplatz langsam wieder Ruhe einkehrt, steht eines bereits fest: Vom 18. bis 21. August 2027 geht es in Dinkelsbühl weiter – mit einem Line-up, das unter anderem Electric Callboy, Saltatio Mortis, Helloween und HammerFall bereithält. Zur ersten Bandwelle des 2027er Line Ups geht’s hier.
Fotos und Text by Alina Mayer







