Bush – The Kingdom – Review
17. Juli 2020 775 Views 3

Bush – The Kingdom – Review

Bereits im letzten Jahr kündigte Frontmann Gavin Rossdale das neue Album von Bush an. Eigentlich sollte die Platte, die ursprünglich „The Mind Plays Tricks On You“ heißten sollte, bereits im Herbst 2019 erscheinen. Hat nicht ganz geklappt – sei es drum. Nun ist es soweit, die Platte mit dem Titel „The Kingdom“ steht in den (virtuellen) Regalen. Fans steckten einige Hoffnung in die Platte, da Rossdale die Platte immer wieder als „rockiger“ als die letzten Alben bezeichnete. Kein Wunder, richtige Gassenhauer wurden „Man On The Run“ und „Black And White Rainbows“ nicht. Vielmehr zehrten sie von Herzschmerz und Rossdales Verflossener Gwen Stefani. Was sich wohl schon bei „The Sea Of Memories“ andeutete, sollte sich dann mit „Man On The Run“ und „Black And White Rainbows“ fortsetzen.

Für viele Fans hatte das nur nichts mehr mit Songs wie „Personal Holloway“, „Greedy Fly“ oder „Machinehead“ zu tun. Songs, mit denen die Geschichte von Bush geschrieben wurde. Zwar immer wieder mit eigenwilligen Lyrics. Aber, immer wieder rockig und grungelastig. Auch Balladen wie „Letting The Cables Sleep“ waren eingängig.

Was erwartet den Fan nun also auf „The Kingdom“? Zwei Songs „Flowers On A Grave“ und „Bullet Holes“ (welcher auch beim Soundtrack für „John Wick 3“ dabei war und Hoffnung weckte, nach den oben genannten letzten beiden recht poppigen Alben) wurden bereits veröffentlicht. Unterschiedlicher konnten sie nicht sein. Während mit „Flowers On A Grave“ wieder die naja, zugegebenermaßen ermüdende Seite von Bush zum Vorschein kam, brachte „Bullet Holes“ für einen kurzen Moment ein wenig 90er Feeling zurück.

Wer nun hofft, dass er auf „The Kingdom“ wieder Gassenhauer wie „Greedy Fly“ oder „Warm Machine“ erwartet, wird (mal wieder) enttäuscht. Auch wenn die Songs weniger poppiger als die Vorgänger klingen, „The Kingdom“ ist man versucht, langsam wieder den alten Stil von Bush zurückzuholen. Den Stil, den Fans eigentlich so lieben. Aber es klappt einfach nicht. Der Funke will nicht überspringen. Weder bei den Uptempo Songs, noch bei den Balladen.

Einzig der namensgebende Track „The Kingdom“ bringt neben „Bullet Holes“ Stimmung in die Bude. Und vor allem kehrt mit den zwei Songs auch wieder ein wenig „alter“ Bush-Sound zurück. Natürlich kann man von einer Band nicht erwarten, dass sie immer die gleichen Songs über Jahre hinweg spielt. Als Musiker entwickelt man sich ja auch weiter. Aber, wenn man doch mit etwas Erfolg hatte, warum muss man es dann so extrem ändern und von Alternative-Rock und Grunge in Radiopop abdriften? Wir werden es nicht erfahren. Fakt ist jedenfalls, dass die Kritiken für die letzten Alben teilweise vernichtend waren. Leider oft aus guten Gründen.

„Ghosts In The Machine“, „Blood River“, „Send In The Clowns“ fangen mit starken Gitarrenriffen an, aber lassen genau so stark wieder nach. Einzig „Ghosts In The Machine“ kommt zum Refrain ein wenig in Fahrt. Aber eben nur ein wenig. Immer wenn man denkt: JETZT muss es doch mal wieder ein Song werden, der Potential hat, ins Ohr zu gehen… wird man enttäuscht. Eingängige Melodien fehlen genau so wie Refrains, die man einfach wie früher mitgröhlen kann.

„Quicksand“ hebt sich ein wenig ab, aber auch hier – kein interessanter Refran, keine eingängige Melodie. Bei einigen Textpassagen hat man auch das Gefühl, sie irgendwo schon einmal gehört zu haben. Also bei Bush selbst. Es folgt die Ballade „Undone“. Hier scheint zumindest die markante und einst so einzigartige Stimme von Rossdale mal wieder gut hervorzutreten. Irgendwie scheint er in den letzten Jahren daran Gefallen gefunden zu haben, in höheren Tonlagen zu singen. Warum auch immer. Besser macht es das jedenfalls nicht. Und das obwohl Gavin Rossdale so gut wie alles singen kann. Wir erinnern uns da zum Beispiel an das Fleetwood Mac Cover „Landslide“. Da hat Rossdale mit seiner Stimme einen unverwechselbaren Touch reingebracht.

„Our Time Will Come“ und „Crossroads“ klingen so, als würde man hier aus einem Song zwei machen. „Words Are Not Impediments“ soll vermutlich einer der Songs sein, die rockiger rüberkommen sollen. Klappt aber nur so halb. Und schließlich folgt mit „Falling Away“ wieder ein Song, der spätestens beim Refrain wieder abfällt.

Mit insgesamt 12 Songs bleiben Bush zumindest dahingehend ihrem Stil treu, dass sie nicht mehr Songs auf das Album packen, als bisher. Ja, das Album ist rockiger als die letzten beiden Alben, aber dennoch weit weit weg vom Stil, den Busch einmal prägte. Weit weg von eingängigen Melodien und Refrains, die man bei Konzerten einfach gern mitgröhlt.

 

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Bewertung des Autors

Plattencover
3/5
Anzahl der Songs
4/5
Sound
2.5/5
Gesamteindruck
2.5/5

2.9

Average
2.9

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