70 Jahre ESC – Eurovision Song Contest – 12 Punkte für Karlsruhe
Am Samstag war es endlich wieder so weit: Das Finale des Eurovision Song Contests 2026 fand in Wien statt. Nicht nur eingefleischte Fans und Musiknerds waren bei den Worten „Let the Eurovision Songcontest 2026 begin“ „on Fire“ – nein, nach nunmehr 70 Jahren ist der ESC längst eine nationale Angelegenheit, die jeden und jede zum Musikexperten macht. Und das ist auch gut so!
Tolle Outfits und Party gab es nicht nur in Wien
Wer es dieses Jahr leider nicht nach Wien geschafft hat und lieber in großer Runde Punkte vergeben und über die Outfits der Moderatoren lästern wollte, konnte in Karlsruhe in der Schwarzwaldhalle trotzdem ein Teil der großen ESC Familie sein. Bei der größten ESC Party Deutschlands. Seit die Zuständigkeit für den ESC in Deutschland vom NDR an den SWR abgegeben wurde, hat sich der Südwesten zum neuen ESC Hotspot entwickelt – das wurde in Karlsruhe mit ungefähr 3.500 Fans krachend gefeiert. Die Leute kamen gutgelaunt und dem Anlass angemessen mit Paillettenkleidern, blinkenden Hüten und jede Menge Glitzer. Und weil eine ESC Party ohne Tippspiel nur halb so viel Spaß macht, gab es natürlich auch eins. Beim „My ESC Ranking“ konnten die Fans auf ihre Favoriten tippen und sogar etwas gewinnen.
Michael Schulte und Abor & Tynna heizten bei der Pre-Party so richtig ein
Bevor es aber so richtig losgehen konnte und die Show live in die Halle übertragen wurde, gab es für die Fans noch ein paar Überraschungen und auch Live-Musik. Mit Michael Schulte und Abor & Tynna feierten zwei Acts mit den Fans, die Deutschland schon sehr erfolgreich beim ESC vertreten haben.
Mit seinem sensationellen vierten Platz in Lissabon gelang Michael Schulte 2018 sein Durchbruch. Seitdem ist der sympathische Lockenkopf ein fester Bestandteil in der deutschen Musiklandschaft und landet ein Hit nach dem anderen. In Karlsruhe hatte er Songs aus seinem aktuellen Album „Beautiful Reasons“ im Gepäck und natürlich auch seinen Eurovision Erfolg „You Let Me Walk Alone“.
Das Publikum rastetet so richtig aus als Abor & Tynna die Bühne betraten. Mit ihrem frischen Elektrosound ballerten sie sich international an die Spitze der Charts und belegten für Deutschland mit „Baller“ in Basel 2025 einen hervorragenden 15. Platz. Neben ihrem Eurovision-Kracher spielte das Geschwisterduo natürlich auch Songs aus ihrem aktuellen Album „Bittersüß“. Und trotz engem Zeitplan war sogar noch eine Zugabe drin.
Barbara Schöneber und Karlsruhe waren „on Fire“
Viel Zeit mit Abor & Tynna zu feiern blieb aber leider nicht, denn bevor es mit der großen Show losgehen konnte, gab es für die Fans in der Halle auch noch eine kleine Aufgabe. Es wurde live zu Barbara Schöneberger nach Wien in die ESC Countdown Show geschaltet. Sie wollte sich selbst ein Bild davon machen, wie „on Fire“ die größte ESC Party Deutschlands ist. Und das waren die Fans! Es wurde gejubelt, mit Deutschlandfähnchen geschwenkt und sogar Wiener Walzer getanzt.
United by Music – alle Acts wurden gefeiert
Nach einem lauten Countdown ging es dann aber auch wirklich los mit dem 70. Eurovision Song Contest.
Wer aber glaubt, dass es still in der Halle wurde und jeder konzentriert die Show verfolgte, liegt komplett daneben. Es herrschte eine ausgelassene Party-Stimmung. Es wurde getanzt, jeder einzelne Act mit Begeisterung bejubelt, es gab Applaus und selbstverständlich wurde unsere Sarah Engels lautstark angefeuert. Dass es am Ende nur für einen Platz 23 gereicht hat, lag definitiv nicht an der fehlenden Unterstützung der Fans. Aber die Platzierung war am Ende des Abends fast schon nebensächlich. Getreu dem Motto „United by Music“ fieberten alle bis zum Schluss für alle teilnehmenden Künstler*innen mit.
Die Halle tobte und jubelte, als dann Dara aus Bulgarien mit „Bangaranga“ mit großem Abstand den Wettbewerb gewann. Nächstes Jahr wird der Eurovision Song Contest also in Bulgarien stattfinden und dann hoffentlich auch wieder mit so einer tollen SWR 3 ESC Party wie am Samstag in Karlsruhe!
Fotos & Text by Mathias Utz








