Peter Doherty im Schlachthof Wiesbaden
Viele kennen Peter Doherty noch als Pete und mit seinen Bands The Libertines oder Babyshambles. The Libertines starteten Ende der 1990er Jahre, lösten sich Anfang der 2000er Jahre auf, damit sich Doherty dem Projekt Babyshambles widmen konnte. Ein Comeback gab es dann 2010, ein weiteres Album folgte 2015. Auch auf Tour ist Peter wieder mit den Babyshambles, wie er fleißig auf seinen Social Media Kanälen postet.
Schließlich stand auch der Donnerstagabend im Zeichen von Peter Doherty himself. Die rund 700 angereisten Fans konnten sich an diesem Abend einmal mehr ein Bild von seiner Publikumsnähe und einer ganz anderen Seite des Künstlers machen. Schließlich denken nach wie vor viele bei Peter an Skandale, Drogen und Eskalation.
Volle Konzentration in Wiesbaden
Im Schlachthof zeigte sich Peter Doherty aber komplett anders, als es so manch eine:r erwartet hätte. Vor allem Kritiker, die ihn eben nur als besagten Rüpel kennen, sollten hier eines besseren belehrt werden. Auf der aktuellen Tour wird, wie erwähnt, auf Publikumsnähe, reduzierte Bühnenbeleuchtung und eine intimere Atmosphäre gesetzt.
Bereits vor dem Auftrittt seiner Schwester, Amy Jo, die ihn diesmal im Support begleitet, hielt er eine kurze Ansprache. Kurzerhand pries er das Buch seines Drummers an, der früher bei The Smiths spielte und machte einen kurzen Abstecher in den Bühnengraben, um das Buch auch noch zu verkaufen.
Zurück auf der Bühne zeigte Amy Jo erst mal eine komplett andere Seite, als das, was wir noch von Peter sehen durften. Ausgelassen, locker und leicht schwebte sie über die Bühne und begeisterte sie mit ihrer Band, The Spangles, Wiesbaden. Immer wieder richtete sie das Wort ans Publikum und sprach sich für Freiheit und Liebe für alle aus. Das spürte man nicht nur bei ihren Worten oder ihren Songs, die pop-punkig daher kommen, sondern auch an den Outfits und den Körperbemalungen. Sie selbst (und später auch Bruder Peter) zeigten sich mit Herzen auf den Handrücken, ihre Band trug Oberteile mit großen Herzen auf der Brust. Schließlich sollte es zum letzten Song auch noch ein paar Herz-Konfetti für’s Publikum geben. Welch ein gelungener Auftakt!
Peter Doherty überzeugt mit Bescheidenheit
Ja, man erwartet von Peter durchaus eine andere Show als das, was man in Wiesbaden gesehen hat. Kam das aber deshalb schlechter an? Nein, keineswegs. Mit seinem Mix aus Stücken der aktuellen Platte „Felt Better Alive“ und Klassikern der Babyshambles und The Libertines Zeit erfreute er in Wiesbaden das Publikum.
Bei seinen aktuellsten Stücken aus der 2025 erschienenen Platte „Felt Better Alive“ merkt man, dass die Songs aus seinem aktuellen Leben stammen, für das er dankbar scheint. Dankbar, sich vom Abgrund gerettet zu haben, dankbar, im Hier und Jetzt zu sein und auf der Bühne stehen zu dürfen.
Schließlich ist Peter inzwischen auch Familienvater und erfreut sich an den kleinen Dingen des Lebens. Zumindest hatte man in Wiesbaden nicht den Eindruck, dass er versuchen wollte, an die früheren Phasen seines Lebens anzuknüpfen. Klar, die Abschnitte des Lebens gehören zu seinem Leben, er kann sie nicht rückgängig machen. Aber, er und alle anderen können sie akzeptieren und ja, Peter darf sich durchaus darüber freuen, noch am Leben zu sein und Musik zu machen. Die ist nämlich nach wie vor recht gut, wenn auch sehr eigen.
Wir sind uns sicher, dass auch Schwester Amy Jo etwas von ihrer Lebensfreude auf Peter projezieren konnte. Schließlich wurde Amy von Peter mit einer großen Umarmung auf der Bühne zu ihrer Support-Show willkommen geheißen.
Amy Jo
Peter Doherty
Wie vielfältig die Shows im Schlachthof Wiesbaden sind, hat übrigens am Freitagabend noch Amy Macdonald gezeigt.









