Fettes Brot – Brotstock – Review (2025)
Seit 28.11.2025 ist die Platte „Brotstock“ von Fettes Brot draußen – und das, obwohl es die Band doch offiziell gar nicht mehr gibt?
Ja, Fettes Brot gibt es offiziell nicht mehr. Im September 2023 verabschiedeten sie sich mit ihrem eigenen kleinen, naja oder doch schon eher großen Festival (2x 30.000 Menschen) mit dem Namen „Brotstock“ von den Bühnen des Landes. Allerdings wären sie nicht die erste Band, die irgendwann wieder auf selbige zurückkehrt. Aber soweit ist es (bisher leider) nicht.
Deshalb haben die Brote sich etwas Besonderes einfallen lassen und haben kurzerhand einen Live-Mitschnitt ihres letzten Auftritts auf CD gepresst. Und das kann sich durchaus hören lassen, um ein wenig in Erinnerungen an 2023 (und früher) zu schwelgen. Während man die Platte so hört, naja zumindest ging es mir so, erinnert man sich auch noch ein ganzes Stück weiter zurück. Nämlich an die Anfänge der Brote.
Fettes Brot – Back to the 90ies
Meine Wenigkeit hörte Anfang/Mitte der 1990er Jahre viel Musik auf dem Radiosender Fritz, welcher nicht nur die (damaligen) Nischen mit Rock, Alternative, Metal und ja, auch Indie bediente. Auch Hip Hop, Rap und ein wenig Pop fanden hier durchaus ihren Weg durch das Radio.
So auch Fettes Brot. Natürlich liefen in den 90ern auch ihre Videos auf VIVA und MTV hoch und runter. Aber richtig nahe gebracht wurden (mir) die Brote erst richtig durch das Radio. Wobei ich irgendwie nie richtig etwas mit Rap und Hip Hop anfangen konnte. Aber die Hamburger Jungs hatten irgedwas. Sie hatten Witz und Charme. König Boris, Björn Beton und Dokter Renz haben es von Anfang an verstanden, sich mit Hip Hop a la „Nordisch by Nature“ selbst nicht ganz so ernst zu nehmen.
Lediglich die Fantastischen Vier haben es als Band aus dieser Zeit noch geschafft, sich bis heute zu etablieren (und selbst die Herren gehen schon bald auf ihre letzte Tournee, seufz!).
Und das, was die Brote machten, kam an – bis zum Abschied 2023. Songs wie „Jein“, „Schwule Mädchen“ oder auch „Emanuela“ und „Bettina, zieh dir bitte etwas an“ kennt fast jeder im Land, auch wenn er gar nicht in diesem Genre der Musik zu Hause ist. Auch wenn sie in den letzten Jahren keine Überflieger-Hits mehr hatten. Eine eingeschworene Fanbase, ja, auf die konnten auch die Nordlichter zurückblicken – wie man spätestens bei den Abschiedskonzerten gemerkt hat (die waren nämlich schneller als man gucken konnte, ausverkauft).
Zum Abschied – Brotstock – noch mal mit allen Hits live
So war der Plan im September 2023 – und genau so wurde er auch durchgezogen. Für alle, die dabei waren – oder eben auch nicht, gibt es nun seit wenigen Tagen die Platte „Brotstock“ im Handel oder natürlich auch auf den digitalen Plattformen zu hören.
Unterstützt wurden sie bei ihrem 2-tägigen Festival auch tatkräftig. Keine Geringeren als Gaze, Der Tobi & Das Bo, Eißfeldt, Finkenauer und Meute waren hier mit dabei. Zu hören gibts dann (fast) alle gemeinsam auch beim Klassiker „Nordisch By Nature“. Pascal Finkenauer hat bei dem Song nicht mitgemischt, er war dann bei „An Tagen wie diesen“ live mit dabei.
30 Jahre Brot. 25 Songs und damit auch ein bunter Mix aus 30 Jahren Musikgeschichte. Ja, das ist den Jungs mit „Brotstock“ definitiv gelungen. Auch das Live-Feeling geht auf der Platte nicht unter. Klar, es ist kein Vergleich zu einem richtigen Live-Erlebnis, aber das bieten andere Live-Mitschnitte ja auch nicht.
Um sich an 30 Jahre Fettes Brot zu erinnern, ist die Platte es definitiv wert, gehört zu werden. Zu den Songs muss man hier, denke ich, wenig sagen. Es sind ja keine komplett neuen Songs, wie man es sonst bei neuen Scheiben gewohnt ist. 😉 Neben den angesprochenen Hits gibt’s u.a. auch noch „Amsterdam“, „The Grosser“, „Da draussen“ oder auch „Echo“ auf der Abschiedsplatte. Am Ende des Artikels gibt’s dazu noch einmal die komplette Tracklist sowie die Möglichkeit, über Spotify reinzuhören.
Fazit: Brot weint nicht
Fakt ist aber, mit der Scheibe kann man sich die „guten alten Zeiten“ nun auf Abruf wieder ins Gedächtnis rufen und in Erinnerungen schwelgen. Ganze zwei Stunden lang. Das darf man dann aber auch mit einem Lächeln, ohne traurig zu sein. Wer weiß, was uns noch erwartet. Die Bandmitglieder sind nicht aus der Welt! Schließlich wandelt König Boris bereits auf Solopfaden.
Wer davon noch nicht genug hat, kann sich auch auf fettesbrot.tv noch ein Ticket zum „Film on demand“ sichern und neben dem Auftritt auch noch behind the scens Material sehen. Wer die Band mag, wird auf jeden Fall an „Brotstock“ und sicher auch am Video, Gefallen finden.
Tracklist
CD11.Jein
2.Der beste Rapper ist offensichtlich ich
3.Erdbeben
4.Rock Mics
5.Ich liebe mich
6.Wackelige Angelegenheit
7.Hamburg Calling
8.The Grosser
9.Wär das nicht derbe
10.Für immer immer
11.Amsterdam
12.Denxu
CD2
1.Fast 31
2.Da draussen
3.Spitzer Stein
4.Nordisch By Nature
5.Emanuela
6.Das letzte Lied auf der Welt
7.Brot weint nicht
8.Echo
9.An Tagen wie diesen
10.Können diese Augen lügen
11.Kannste Kommen
12.Bettina zieh dir bitte etwas an
13.Schwule Mädchen











