Lorna Shore – Tourauftakt 2026 in Frankfurt
Am Freitagabend sollte sich die Myticket Jahrhunderthalle in einen brodelnden Hexenkessel verwandeln. Lorna Shore spielten hier den Tourauftakt zu ihrer aktuellen EU/UK Tour. Wer nun glaubt, die Band hielt sich zurück, weil „es ja die erste Show ist“ und man sich „für den Rest der Tour noch ein wenig Energie sparen muss“ – dem sei gesagt: Nö. Frontmann Will Ramos und seine Band zogen direkt vom ersten bis zum letzten Ton durch, gaben alles. Aber auch die Support-Acts konnten das Publikum überzeugen.
Lorna Shore machten von der ersten Sekunde an deutlich, dass dieser Abend keine Aufwärmphase braucht. Schon der Opener „Oblivion“ wurde von massiver Pyrotechnik begleitet, Flammen schossen direkt zu Beginn in die Höhe und setzten den Ton für das, was folgen sollte. Das Publikum war sofort da: Moshpits öffneten sich unmittelbar und Headbangen was das Zeug hielt, war hier angesagt.
Auch visuell fuhr die Band groß auf. Riesige Videowalls dominierten die Bühne und wechselten zwischen düsteren Regenmotiven und brennenden, abstrakten Szenarien. Die Bilder unterstützten den epischen Charakter der Songs, ohne vom Geschehen auf der Bühne abzulenken. Pyro wurde im weiteren Verlauf des Sets immer wieder gezielt eingesetzt – nicht übertrieben, aber wirkungsvoll genug, um Highlights zu setzen. Auch Lorna Shores‘ Fotograf durfte mit auf die Bühne und zum Mikro greifen.
Ab dem zweiten Song „Unbreakable“ wurde der Fotograben für uns Fotografen freigegeben, wir hatten diesmal nur eine, statt drei Changen (=Songs). Es blieb atmosphärisch, das Licht ließ aber genug Details zu, um Bewegung, Mimik und Dynamik einzufangen. Trotz der längeren Songstrukturen riss der Energiefluss nicht ab, im Gegenteil: Die Intensität auf der Bühne und im Publikum steigerte sich kontinuierlich. Lorna Shore waren schon jetzt voll da.
Die Crowdsurfer waren fast im Dauereinsatz – in einer Dichte, wie man sie selbst bei großen Shows nicht allzu oft erlebt. Die Security hatte durchgehend alle Hände voll zu tun, wurde dafür aber von der Band gelobt, wie gut sie alles unter Kontrolle haben. Auch das Publikum würdigte Will, in dem er ihnen ein großes Kompliment machte. Für den ersten Abend einer Tour waren er und seine Männer absolut begeistert vom Frankfurter Publikum!
Nach rund 80 Minuten Spielzeit war dann auch schon wieder Schluss. Die Show von Lorna Shore schon wieder vorbei. So manch anderer Konzertbesucher würde sich fragen, ob er oder sie im falschen Film oder eher, Konzert ist. Aber nein, im Bereich des Deathcore sind solche Spielzeiten üblich, oft sogar noch kürzer.
Zum Schluss fuhr die Band noch einmal alles auf. Zu viel verraten wollen wir euch als Konzertgänger:innen, die noch in anderen Städten dabei sind, nun aber auch nicht. Eins versprechen wir euch aber: Ihr bekommt für euer Geld ordentlich was geboten, auch neben Lorna Shore. Nämlich drei herausragende Suppor-Acts und mit Lorna Shore einen Hauptact, der keine Wünsche des Deathcore-Fans offenlässt.
Humanity’s Last Breath – Dunkelheit, Druck und ein kompromissloser Auftakt
Den Anfang des Abends machten Humanity’s Last Breath – und setzten dabei auf maximale Reduktion. Kaum Licht, eine fast komplett in Dunkelheit getauchte Bühne und ein Sound, der von Beginn an auf maximale Wucht ausgelegt war. Visuelle Spielereien blieben aus, der Fokus lag klar auf dem Klang.
Trotz der kurzen Spielzeit von rund 30 Minuten bildeten sich bereits hier die ersten Moshpits. Das Publikum brauchte keine lange Eingewöhnung, sondern reagierte direkt auf den massiven Sound. Ansagen zwischen den Songs gab es praktisch keine – ein roter Faden, der sich durch alle Support-Auftritte des Abends zog.
Humanity’s Last Breath lieferten damit einen kompromisslosen Einstieg, der weniger auf Interaktion als auf Atmosphäre setzte und den Grundstein für die folgende Eskalation legte.
Shadow of Intent – neue Musik und sichtbare Eskalation
Shadow of Intent brachten im Vergleich zum Opener ein klein wenig mehr Licht auf die Bühne, ohne die grundsätzlich düstere Atmosphäre zu verlassen. Dieser kleine Unterschied reichte aus, um die Publikumsreaktionen noch deutlicher sichtbar zu machen. Moshpits formierten sich schnell, Crowdsurfer kamen vielfach hinzu.
Besonders auffällig: die erste Reihe. Hier ging so gut wie jeder Fan direkt mit. Innerhalb ihres rund 25-minütigen Sets verzichteten auch Shadow of Intent nahezu komplett auf Ansagen und hielten den Druck konstant hoch.
Ein Highlight war die Premiere des neuen Songs „Infinity of Horrors“, der sich nahtlos ins Set einfügte und vom Publikum sofort angenommen wurde. Ohne große Worte zeigte die Band damit, dass neues Material live problemlos funktioniert. Ein kompakter, intensiver Auftritt, der den Pegel weiter anhob.
Whitechapel – steigende Intensität und erste Circlepits
Mit Whitechapel nahm der Abend weiter Fahrt auf. Das Licht war im Vergleich zu den vorherigen Bands etwas präsenter, blieb aber insgesamt dunkel und passend zur Stimmung. Für das Publikum bedeutete das vor allem eines: mehr Raum für Bewegung. Die Zahl der Crowdsurfer stieg deutlich an, Moshpits wurden größer und intensiver.
Im Verlauf des Sets bildeten sich auch die ersten Circlepits des Abends – ein klares Zeichen dafür, dass sich die Energie im Raum weiter aufschaukelte. Die erste Reihe war konstant in Bewegung, Headbangen und Mitgehen dominierten das Bild vor der Bühne. Ansagen gab es hier ebenfalls kaum, die Band ließ die Songs sprechen und hielt das Tempo hoch.
Whitechapel fungierten als perfektes Bindeglied zwischen den früheren Support-Acts und dem späteren Headliner. Die Stimmung war spätestens hier auf einem Niveau angekommen, das klar machte: Das Publikum war bereit für mehr – und wollte es laut, intensiv und ohne Pausen. Wir sind sicher, ihr werdet das auch noch in den anderen Städten erleben.
Wo und wann Lorna Shore jetzt unterwegs sind, könnt ihr ebenfalls bei uns nachlesen.
Fazit des Abends:
Vier Bands, kaum Ansagen, dafür durchgehend Bewegung und Stimmung im Publikum. Alle Support-Acts wurden intensiv gefeiert, Headbangen, Crowndsurfer, Mosh- und Circlepits dominierten fast durchgehend die Sets. Lorna Shore setzten dem Abend mit Pyro, starken Visuals und einem extrem aktiven Publikum die Krone auf und lieferten einen Tourauftakt, den man so schnell nicht vergisst.
Kurz nach 22:00 Uhr konnten die Fans dann in die kühle, aber zum Glück nicht eisige Nacht, entlassen werden und ins Wochenende starten.
Text & Fotos: Ani / concertvisions.net











