Beyond The Black – Break The Silence – Review 2026 (2026)
Mit „Break The Silence“ liefern Beyond The Black ihr insgesamt sechstes Album ab.
Von der einstigen Casting-Stimme zur etablierten Melodic-Metal-GröĂe. So lĂ€sst sich die Beyond The Black Frontfrau, Jennifer Haben, wohl am besten beschreiben. Ihre Band hat es geschafft und ist seit nunmehr ĂŒber 12 Jahren aktiver Bestandteil der Musikszene.
Zugegeben, der erste Blick auf die Platte lĂ€sst mich ein wenig skeptisch daher blicken. Wieder eine Band, die „nur“ zehn Songs auf die Platte packt und diese dauern gerade einmal 37 Minuten. Aus bestimmten anderen Musik-Genren ist man das gewohnt, da ist das normal. Melodic- und Symphonic-Metal hingegen steht aber doch öfter fĂŒr lĂ€ngere StĂŒcke. Ja, auch Beyond The Black selbst hatten sonst ĂŒberwiegend Platten, die mehr als zehn Songs beinhalteten. Das selbstbetitelnde Album hatte ebenfalls eine Spielzeit von 42 Minuten. Fairerweise muss man aber dazusagen, dass die CD und die Vinyl noch zusĂ€tzliche Live-Tracks beinhalten.
Nun aber zurĂŒck zu „Break The Silence“.
Beyond The Black – Break The Silence – das bisher kĂŒrzeste Album
Wie bereits angesprochen ist die Platte mit 37 Minuten nicht gerade DIE Platte, die man sich von der reinen Spielzeit her, als erste fĂŒr eine lange Autofahrt herauspickt. Schaut und hört man sich hingegen die Songs des Albums an, merkt man, dass die StĂŒcke auch zunĂ€chst erst einmal in Ruhe genossen werden sollten. „Break The Silence“ ist auf jeden Fall anders, als das, was die Band bisher gemacht hat. Aber schlechter? Nein, keineswegs!
SchlieĂlich haben die bereits veröffentlichten Singles „Rising High“ (welcher auch gleichzeitig der Opener der aktuellen Platte ist), „Ravens“ und „Can You Hear Me“ schon eine klare, neue Richtung vorgegeben. Das Duett mit Lord Of The Lost SĂ€nger Chris Harms, „The Art Of Being Alone“ sticht hier ebenfalls noch einmal positiv hervor. Dazu aber gleich noch mehr.
Bleiben wir erst mal bei den bereits ausgekoppelten Tracks, die schon einmal deutlich machten, wie sehr die Band um Jennifer Haben in den letzten Jahren gewachsen ist. Musikalisch, stimmlich und auch showtechnisch haben sie ĂŒber die Jahre einige Schippen draufgepackt. Wer z.B. den Auftritt auf Wacken verfolgt hat, dem wird nicht entgangen sein, dass die Band auch mit Pyro umgehen kann.
Aber, im Gegensatz zu vielen anderen Bands behalten sie ihren Stil bei. Sie mĂŒssen sich musikalisch nicht verĂ€ndern, um zu gefallen.
Auch die Videos zu bspw. „Ravens“ oder „Rising High“ sind im klassisch, dĂŒsteren Beyond The Black Stil gehalten, Jennifer steht mit ihrem Gesang und natĂŒrlich als Person im Mittelpunkt. Der Mix aus bekannten Melodic Metal KlĂ€ngen und Weltmusik, in Kombi mit neuen orchestralen KlĂ€ngen steht der Band gut.
Das Duett mit Chris Harms macht beim Hören deutlich, wieviel Energie beide Stimmen mit sich bringen. Der gemeinsam gesungene Part beim Refrain lĂ€sst Chris‘ Stimme ein wenig untergehen. Mag aber sein, dass das auf anderen Quellen, wie einer groĂen Musikanlage, anders klingt.
Der typische Beyond The Black Stil steht nach wie vor auf Break The Silence im Vordergrund – trotz zahlreicher Kollaborationen.
Ja, auch wenn auf der aktuellen Platte ungewohnte KlĂ€nge wie bei „Let There Be Rain“ vertreten sind, man hört sofort, dass es sich bei diesem Song ebenfalls um Beyond The Black handelt. Auch, wenn sich die Band hierzu UnterstĂŒtzung vom bulgarischen Frauenchor „The Mystery Of The Bulgarian Voices“ geholt hat, klingt der Track nicht komplett anders. Im Gegenteil. Der Part des Chores unterstreicht noch einmal fĂŒr was Beyond The Black stehen.
„Can You Here Me“ enstand auch in Form eines Duetts. Asami von der japanischen Power-Metal Band „Lovebites“ ist hier mit am Start. Hier lassen wir am besten Jennifer und Asami selbst zu Wort kommen, was sie ĂŒber den Song sagen, welcher das allgemeine Problem der Kommunikationsschwierigkeiten behandelt. Nicht nur in zwischenmenschlichen Beziehungen ist das leider ein ganz alltĂ€gliches PhĂ€nomen. Nein, auch auf der ganzen Welt, die scheinbar immer lauter wird, ist das eine ganz groĂe Herausforderung.
„‚Can You Hear Me‘ ist ein Song ĂŒber die gemeinsame Sehnsucht nach echter Verbindung â zwei Stimmen aus verschiedenen Welten, die den LĂ€rm einer hypervernetzten und doch unverbundenen Welt durchbrechen, um wirklich gehört zu werden.„
Asami (Lovebites) fĂŒgte hinzu:
„Ich freue mich sehr, Teil von ‚Can You Hear Me‘ mit Beyond The Black zu sein. Es ist ein kraftvoller Song, und die Zusammenarbeit ĂŒber LĂ€nder und Kulturen hinweg war eine inspirierende Erfahrung. Wir hoffen, dass die Botschaft die Menschen ĂŒberall erreicht.„
Dadurch, dass der Song sowohl auf Deutsch und Japanisch gesungen wird, soll die Botschaft des Songs noch einmal deutlicher werden.
Laut dem Plattenlable Nuclar Blast ist „Break The Silence“ ein Konzeptalbum. Melodic Metal und Ethno-EinflĂŒsse vereinen sich. Und Themen „wie Kommunikation, innere StĂ€rke, WiderstandsfĂ€higkeit und die dringende Notwendigkeit, sich in einer gespaltenen Welt wieder zu verbinden“ stehen im Vordergrund.
„(La vie es un) CinĂ©ma“ bringt mit Fanzösisch noch eine dritte Sprache mit auf’s Album. Mir persönlich sagt der Track von allen Songs auf der Platte am wenigsten zu. Was aber auch daran liegen mag, dass ich nicht der gröĂte Fan von französischsprachiger Musik bin, auch wenn der Song auch seinen Englischen Part hat. Als Ballade auf dem Album kommt er aber im Gesamtbild gut und fĂŒgt sich nahtlos an die anderen Songs an.
Noch mehr ungewohnte KlÀnge zum Ende der Platte
SchlieĂlich klingt das neue Beyond The Black Album „Break The Silence“ mit einem deutschsprachigen Titel aus. „Weltschmerz“ zeigt hier noch einmal eine komplett andere Seite der Band. Und nein, es ist nicht der erste Track ĂŒberhaupt, den Jennifer Haben auf Deutsch singt. Bereits vor wenigen Wochen hat sie ihren Teil zu „DĂ€mmerland“ beigetragen, in dem sie den Song „Rosenrot“ vollstĂ€ndig auf Deutsch eingesungen hat. đ Hört auch da gern mal rein.
Metal.de vergleicht den Song schon mit Enya. Naja, das mag Ansichtssache sein. Der Song zeigt aber wohl im Deutschen und Englischen Part, dass die Band auch zart, zerbrechlich und nachdenklich kann. Das ist definitiv gut gelungen, auch wenn der Song auch kein Favorit von mir wird. đ
Wir sind gespannt, welche Tracks auf der kommenden Tour von Beyond The Black vom neuen Album auf die Setlist wandern. Wann und wo die Band im Rahmen ihrer „Rising High“-Tour auftritt, könnt ihr natĂŒrlich auch bei uns nachlesen.
Tracklist
1. Rising High2. Break The Silence
3. The Art Of Being Alone
4. Let There Be Rain
5. Ravens
6. The Flood
7. Can You Here Me
8. (La vie es un) Cinéma
9. Hologram
10. Weltschmerz
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